20.4.2021 - 05.04.2021

Susanne Vögeli - Mutter Liebe I

Susanne Vögeli thematisiert das Potenzial der Süsse des Zuckers und untersucht dessen starke Anziehungskraft. Von der Muttermilch bis zum Geburtstagskuchen mit Schokoglasur erlebt ein Kind Zucker als eine Attraktion. Ist dieser damit eine Art Währung der Mutterliebe?

23. April          17 bis 19 Uhr Eröffnung Mutter Liebe I 
28. April          19 Uhr, Sugarbaby, Gespräch über die erste Nahrung
                        mit Susanne Vögeli und Stephanie Rohr                         
                        im Raum-Acht, Aarau (max. 8 Personen)
2. Mai              15 bis 17 Uhr, Eck geöffnet mit Susanne Vögeli
4. Mai              19 Uhr, Zucker und sein Potenzial
                       im Fermentationsprozess
                        Workshop mit Susanne Vögeli im Raum-Acht, Aarau
                        Anmeldung unter 079 380 01 40 (max. 8 Personen)

Das ECK, der Projektraum in Aarau für künstlerische und interdisziplinäre Recherchen, widmet sich mit dem nächsten Projekt der Mutterliebe. Jeannette Fischer (Psychoanalytikerin) und Susanne Vögeli (kochen und forschen, Raum Acht) stellen kritische Fragen zu diesem gesellschaftlich relevanten und selten hinterfragten Konstrukt. Nachdem das Projekt «Mutter Liebe» 2020 im Anna Göldi Museum in Ennenda gezeigt wurde, haben Jeannette Fischer und Susanne Vögeli das ursprünglich für das ECK konzipierte und pandemiebedingt um ein Jahr verschobene Projekt weiterentwickelt. Ausgangspunkt des ursprünglich gemeinsamen Projektes ist eine Videoarbeit von Jeannette Fischer, die auf einem Youtube-Video einer Mutter basiert, deren Sohn sich dem IS anschloss.

Vom 20. April bis 5. Mai thematisiert Susanne Vögeli das Potenzial der Süsse des Zuckers. Sie geht dafür von einer Schlüsselszene im von Jeannette Fischer bearbeiteten Video aus, in der das Backen eines Geburtstagskuchens für die Verbundenheit und die intakte Mutterliebe steht. Susanne Vögeli untersucht die starke Anziehungskraft, die der Geschmack «süss» auslöst. Von der Muttermilch bis zum Geburtstagskuchen mit Schokoglasur erlebt ein Kind Zucker als eine Attraktion. Ist dieser damit eine Art Währung der Mutterliebe?

Die 200 Gramm Zucker, die im Schokoladekuchen aus dem Video verbacken sind, werden in vier Aktionen in neue Aromen und Texturen verwandelt. Susanne Vögeli setzt dazu unterschiedliche Fermentationsprozesse und Temperaturen ein. Dem Zucker wird durch diese Entwicklung sein Potenzial zur Manipulation entzogen. Aus dem zuckersüssen Geschmack aus der Kindheit ist eine Palette von neuen Geschmacksrichtungen erwachsen.

Ein gedeckter Tisch, mit vier transformierten Zuckerkonsistenzen und dazu fotografische Arbeiten zeigen die Wandlungsfähigkeit des Zuckers. In einem Gespräch mit einer Stillberaterin fragt Susanne Vögeli nach der Bedeutung der ersten süssen Nahrung. Im Raum-Acht wird ergänzend zu Mutter Liebe I ein Workshop angeboten über Zucker und sein Potenzial im Fermentierungsprozess.

Susanne Vögeli lebt und arbeitet in Aarau, wo sie mit dem Raum-Acht ein Labor für Kochen und Forschen initiiert hat. Dort wird recherchiert, analysiert, erprobt, diskutiert und nicht zuletzt auch gekocht und gespiesen. Die Vielfalt der Lebensmittel wird erkundet, um die komplexen Techniken der Verarbeitung in der Küche zu verstehen. Susanne Vögeli verfolgt die Wirkung von Lebensumständen auf die Ernährung und die dadurch veränderte Esskultur. Ihren Auseinandersetzungen gibt Susanne Vögeli gestalterisch Form. So geschehen in der aktuellen Ausstellung «Das Brot aus dem See» im Museum für Esskultur im Mühlerama Zürich und im Museum Anna Göldi, Glarus «Zucker die Währung der Liebe». Weitere Ausstellungen sind in Planung.

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