4.2.2023 - 25.03.2023

Stilles Buch aus der Lücke - Françoise Caraco und Agatha Zobrist

Der Ausstellungsraum wird zu einem installativen Katalog für nie gelesene Bücher. Die Künstlerinnen lassen sich per Aufruf nicht zu Ende gelesene Bücher schenken und folgende Fragen dazu beantworten: Wie ist das Buch zu dir gelangt und wieso hast du es nicht zu Ende gelesen? Ebenso bitten sie um ein Foto der entstandenen Lücke im Gestell.

Als Auftakt findet am 4. Februar 2023 eine performative Lesung aus der Box statt. An der Vernissage vom 11. März 2023 wird die Box zum räumlich inszenierten Katalog, die Bücher können von den Besucher*innen erworben werden. Am 24. März um 19 Uhr findet ein Talk mit Sébastien Fanzun, Literaurwissenschaftler und Cédric Weidmann, Leiter Aargauer Literaturhaus statt.

Auftakt
Sa 4.2.23, ab 15:00, Buch vorbeibringen
18:30, Out of the box, Performative Lesung; Bar 18:00 bis 20:00

Aufbau
Fr 10.2./ 17.2./ 24.2./ 3.3. Buch vorbeibringen 16:00 - 19:00

Vernissage Stilles Buch aus der Lücke
Sa, 11.3.23., ab 16:00
Bar 16:00 bis 20:00

Talk Buch nicht gelesen
Fr 24.3., um 19:00
Mit Sébastien Fanzun und Cédric Weidmann
In Kooperation mit dem Aargauer Literaturhaus Lenzburg
Bar 18:00 bis 21:00

Finissage
Sa 25.3.23, ab 16:00
Open books
Bar 16:00 bis 20:00

Öffnungszeiten
Fr 17.3./ Do 23.3,16:00 - 19:00
So 12.3/ So 19.3,14:00 - 17:00

 

Ausgangspunkt für die gemeinsame Beschäftigung mit Büchern war für Françoise Caraco und Agatha Zobrist war ein verlassener Bücherstapel, gefunden an einem Strassenrand in strömendem Regen. Die Künstlerinnen entwickelten 2021 das Projekt «Gutes Buch im Regen» für den Kunstraum Nano in Zürich, wo sie Bücher in den Kunstkontext verschoben und deren Wert neu verhandelten. Der Ausstellungsraum wurde zu einem installativen Katalog für gefundene Bücher.

Die Ausstellung im Eck ist eine situations- und ortsspezifische Adaption und Weiterführung des Projektes von 2021. Im Zentrum steht hier das nicht gelesene Buch aus dem privaten Büchergestell und damit verbunden die Geschichte des Buches. Die Künstlerinnen lassen sich per Aufruf solche Bücher schenken und folgende Fragen dazu beantworten: Wie ist das Buch zu dir gelangt und wieso hast du es nicht zu Ende gelesen? Ebenso bitten sie um ein Foto der entstandenen Lücke im Gestell.

Die Bücher und die gesammelten Informationen und Fotos werden von den Künstlerinnen neu gestaltet. Die mit neuem Umschlag ausgestatteten Bücher werden zum geheimnisvollen Kunstobjekt, sie werden katalogisiert und in einer eigens fürs Eck gezimmerten Raumbox gezeigt. Durch die inszenierte Geschichte und das Bild der Nachbarschaft im ursprünglichen Büchergestell lässt sich möglicherweise auf Art und Inhalt des Buches schliessen. Die Imaginationskraft ist geweckt. Wer ein Buch erstehen möchte, verlässt sich auf das Bild der Lücke und den Text, der zum Nichtlesen des Buches führte.

Françoise Caraco, *1972, ist Baslerin und lebt in Zürich.
Grundlage ihrer künstlerischen Arbeiten sind Recherchen zur Familiengeschichte, zu historischen Ereignissen und geschichtsträchtigen Orten. Die Stimmen von Zeitzeugen sowie Ausschnitte aus zusammengetragenem dokumentarischem Material prägen seit mehreren Jahren ihre künstlerische Arbeit. Ihr Interesse gilt der Konstruktion von Erinnerung zwischen individuellen Erfahrungen und kollektiver Vergangenheit. Wiederkehrendes Element in Caracos Arbeiten ist die Interaktion oder Kollaboration mit unterschiedlichen Akteuren. www.francoise.caraco.ch

Agatha Zobrist, * 1966, ist Aargauerin und lebt in Zürich.
In ihren Arbeiten untersucht und kommentiert die Künstlerin, oft mit einem Augenzwinkern, die Absurditäten des Alltags. Ausgehend von ihrer eigenen Erfahrungswelt schafft sie allgemeingültige, vielschichtige Aussagen und bedient sich für deren Umsetzung einer reichhaltigen Palette von Materialien und Techniken. So schafft sie Werke von raumfüllenden Installationen über Bronzegüsse zu feinen, fotorealistischen Miniaturzeichnungen.www.zobristwaeckerlin.ch