4.11.2023 - 08.12.2023

Susanna Perin - Die Diversität des Widerstands

Die Diversität des Widerstands geht von einer forschenden, einer privaten und einer kollektiven Perspektive aus. Ausgangspunkt ist der biografische Migrationshintergrund der Kunst- und Kulturproduzentin Susanna Perin. Im Zentrum des Vorhabens stehen Begegnungen, Diskussionen und Austausch mit Publikum, Forschenden, Aktivist:innen, Kunst- und Kulturschaffenden.

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Saaltext
Teilnehmende an den Diskussionsrunden

 

Gespräche und Diskussionsrunden

Das Format «zu Besuch» (jeweils etwa 16.00-18.00) ist ein offener Austausch mit Gästen, vorwiegend Künstler:innen. Ausgehend von der Installation werden Schnittstellen der jeweiligen künstlerischen Perspektive erkundet und diskutiert.

Das Format «Diskussionsrunde mit» (jeweils 19.00-21.00) umfasst Gespräche mit Theoretiker:innen in einer offenen Gesprächsrunde, ausgehend von der Lektüre ihres Textes oder ihrer Projektpräsentation. Dabei werden Themen diskutiert, die das Politische, das Persönliche und das Psychologische tangieren.

Die Fragestellung des Projektes umfasst den Ausschluss aus dem Rechtswesen, die Ausgrenzung aus der Gesellschaft und ökonomische Ausbeutung. Wie wird eine Biografie von Flucht und Migration durch den gesetzlichen Status geformt und geprägt? Und wie wird demzufolge unsere Arbeit in Kunst, Kultur und Forschung durch unsere Lebens- und Ausschlusserfahrung bestimmt? Das künstlerische und forschende Handeln der Gäste wird vor dem Hintergrund ihrer Biografie betrachtet. Nicht das Expert:innenwissen sondern das situierte Wissen steht im Vordergrund. Wie ist meine forschende und künstlerische Arbeit im Hinblick auf mein persönlich Erlebtes zu verstehen? Welche gesellschaftlichen blinde Flecken können wir durch das Erlebte beleuchten? Welche «aufklärerische» und «innovative» Rolle und Funktion nehmen wir dabei in der Gesellschaft ein?

Das Projekt befragt, wie ein gesellschaftlicher, theoretischer und künstlerischer Raum für Auseinandersetzung und Vernetzung hergestellt werden kann. Die Anlage ist eine Spurensuche und ein Versuch, das «Persönliche und Private» in einem historischen, gesellschaftlichen und politischen Raum zu verorten und zu reflektieren.

Die Ausstellung ist als experimentelle und offene Auslegeordnung konzipiert. Der Raum wird zum Informations-, Arbeits- und Begegnungsraum. Die Installation entsteht vor Ort und ist auf den Aussenraum hin ausgerichtet. Gezeigt werden Susanna Perins Werke, die in den vergangenen fünfzehn Jahren entstanden sind und die sich mit unterschiedlichen Aspekten von Migration befassen. Ergänzt werden sie durch Archivmaterialien, theoretische Publikationen, persönliche Objekte und weitere Gegenstände. Der Raum lädt zum Verweilen, Lesen, Agieren, Diskutieren ein. Das begehbare Archiv ist Ausgangspunkt für Diskussionen und Führungen.

Die Ergebnisse und Erkenntnisse des Austausches werden im Sinne eines mehrstimmigen «Work in Progress» nach und nach in die Installation einfliessen. Bei Dunkelheit wird der Raum zum Schaufenster.

Susanna Perin

Die Künstlerin und Kulturproduzentin arbeitet zu den Themen Migration, postkoloniale Kritik, städtischer Raum, neue Arbeitsbedingungen und Kulturalisierung der Ökonomie. Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sie sich mit Themen der Migration, Migrationspolitik und Migrationsdiskursen in der Schweiz und im EU-Raum. Diese Zusammenhänge bestimmen ihre Arbeit. Ihre Perspektive ist die einer Kunstschaffenden mit Migrationserfahrung. Ihre Arbeiten entstehen vor einem theoretischen, künstlerischen und recherchierenden Hintergrund.

 

Termine

4.11. 2023 16.00-20.00 Uhr Opening

8.11. 2023 16.00-18.00 Uhr «zu Besuch» Rossana Dedola, Schriftstellerin und Psychoanalytikerin

15.11. 2023 16.00-18.00 Uhr «zu Besuch» Rayelle Niemann, Ausstellungs- und Veranstaltungskuratorin

16.11. 2023 17.00-19.00 Uhr «zu Besuch» Denise Bertschi, visuelle Künstlerin und Doktorandin EPFL Lausanne (Arts of Sciences Laboratory)

22.11. 2023 16.00-18.00 Uhr «zu Besuch» Mimi von Moos visuelle Künstlerin

22.11. 2023, 19.00-21.00 Uhr «Diskussionsrunde mit» Jovita dos Santos Pinto, Doktorandin, Assoziierte Forscherin, Uni Bern

23. 11. 2023, 16.00-18.00 Uhr «zu Besuch» Ishita Chakraborty, visuelle Künstlerin (in Englischer Sprache)

29.11. 2023, 19.00-21.00 Uhr «Diskussionsrunde mit» Paola De Martin, ehemalige Textildesignerin, Historikerin, Postdoc am GTA Institut, ETH Zürich

30.11. 2023, 16.00-18.00 Uhr «zu Besuch» Laura Arminda Kingsley, visuelle Künstlerin

6. 12.2023, 16.00-18.00 Uhr «zu Besuch» Petra Njezic, visuelle Künstlerin und Kunstvermittlerin

6.12.2023, 19.00-21.00 Uhr «Diskussionsrunde mit» Cenk Akdoganbulut, Historiker, Philosoph, Doktorand Uni Fribourg

8.12.2023, 16.00-20.00 Uhr Finissage

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