15.10.2021 - 06.11.2021

Sadhyo Niederberger - Was wir sehen blickt uns an

Dokumentation einer Videodokumentation einer Bildbetrachtung in Zusammenarbeit mit Hannes Stark, Beratung Co-Regie und Daniel Reichenbach, Kamera, Editing

41' 12" / Installation mit drei Monitoren
2" 45 ' / Long Cut

Öffnungszeiten und Veranstaltungen

15. Oktober
18 Uhr Vernissage mit Protagonist*innen und Filmschaffenden
17. Oktober
15 bis 17 Uhr Videoinstallation und Ausschnitte Long Cut
17 Uhr Referat «Über Bilder nachdenken» von Michel Mettler, Autor
19. Oktober
19 Uhr Lange Nacht der langen Statements
(Long Cut in voller Länge, kommen und gehen jederzeit möglich)
23. Oktober
14 bis 16 Uhr Videoinstallation und Ausschnitte Long Cut
28. Oktober
18 Uhr Gespräch mit Simona Ciuccio, Kunsthistorikerin
19 Uhr Lange Nacht der langen Statements
(Long Cut in voller Länge, kommen und gehen jederzeit möglich)
31. Oktober
15 bis 17 Uhr Videoinstallation und Ausschnitte Long Cut
6. November
16 Uhr Finissage

Alle Öffnungszeiten im Beisein von Sadhyo Niederberger und hoffentlich vieler Protagonist*innen.
Weitere Öffnungszeiten und private Führungen auf Anfrage.
Es gelten die 3 G-Bestimmungen.

mit:
Karin Marí, Francesco Velazquez-Inducil, Véronique Zussau, Werner Erne, Smilla Louise Schick, Daniel Leber, Sabine Altorfer, Jacqueline Weiss, Daniel Arnold, Marco Käppeli, Virginia Buhofer, Balz Laimberger, Peter Jakob Kelting, Lili Rothen, Lucia Schwyzer, Altagracia Garcia, Louis Leuthard, Max Matter, Lama Altakruri, Karin Huppenbauer, David Trueb, Raphael Müller, Isabell Bullerschen, Maria Luisa Erdin, Carlo Mettauer, Thomas Widmer, Nilson Balsiger, Renaud Lallement, Silva Reichwein, Simona Roth, Michel Mettler, Andreas Gärtner, Susanna Perin, Félicia Eisenring, Yul Peter, Jürg Fritzsche, Lena Friedli, Eric Kaiser, Hakan Menekse

 

Die Videoinstallation «Was wir sehen blickt uns an» entstand im Mai des Pandemiejahres 2020 mit 39 spontanen und eingeladenen Protagonist*innen aus verschiedenen Berufs-, Sprach- und Altersgruppen. Diese erklärten sich bereit, sich im abgedunkelten Setting im Kunstraum ECK unvorbereitet mit einem Bild auseinanderzusetzen und alleine vor der Kamera zu formulieren, was sie sahen.

Aus den Statements entstand unter Regie von Sadhyo Niederberger eine Installation mit drei Monitoren, auf denen jede Peson jeweils eine Minute spricht und eine Minute schweigt. Diese Installation «Was wir sehen blickt uns an» wurde anschliessend im Aargauer Kunsthaus an der Auswahl 20 gezeigt. Der Blick in die sehenden Gesichter, deren feinste Gefühlsregungen und die Auswahl der Statements, sowie das beredte Schweigen bannen die Zuschauerinnen und Zuhörer und evozieren wiederum neue Bilder.

Mit der Videoinstallation wird sichtbar gemacht, wie vielfältig und persönlich Bilder wahrgenommen und in die eigene Sprache übersetzt werden. Sie zeigt, wie das Visuelle versprachlicht wird, welchen Einfluss persönliche Erinnerungen oder soziale Komponenten auf die Einbildungskraft haben, wie Menschen in einen Dialog mit einem Bild treten und ob die Beschreibung eher faktisch, assoziativ, philosophisch, poetisch, kunstkritisch oder intuitiv ist.

Nun zeigt Sadhyo Niederberger die Videoinstallation nochmals im ECK und öffnet die Tür zum Making-of. Erstmals werden die 39 Statements parallel zur Installation in voller Länge gezeigt (Dauer 2:45h) und auch das zur Betrachtung ausgewählte Bild der französischen Künstlerin Geneviève Claisse (1935.2018) aus der Sammlung Esther und Ernst Jenny bekommt ein Gesicht. Die Protagonist*innen kommen zu Wort und Gespräche mit dem Autor Michel Mettler, der selber als Bildbetrachter teilgenommen hat und mit der Kunsthistorikerin Simona Ciuccio beleuchten Aspekte des Sehens, der Wahrnehmung und der Reflexion.

»Was wir sehen blickt uns an» reiht sich in die «Werkbetrachtungen» von Sadhyo Niederberger (*1962). Die Aarauer Künstlerin und Kuratorin beschäftigt sich mit Fragen zu Wahrnehmung und Sprache im Kontext von Gesellschaft und Kunst. Ihre Medien sind Malerei, Zeichnung und Installation. «Was wir sehen blickt uns an» ist ihre erste künstlerische Videoinstallation, die Dank der Unterstützung durch Hannes Stark und Daniel Reichenbach auch filmisch geglückt ist.

Der Titel "Was wir sehen blickt uns an" referiert das gleichnamige Buch von Georges Didi-Huberman aus dem Jahr 1999 

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