9.9.2021 - 29.09.2021

tomKarrer - Eine Frage der Betrachtung

Tom Karrer vervielfältigt sich, tritt sich selber gegenüber, setzt seine Doubles der Welt aus und konfrontiert die Betrachtenden mit Fragen zu Identität und Wirklichkeit. Der Aarauer Künstler beschäftigt sich mit Repräsentationen von Realität und Fiktion. Mit Selbstironie setzt er sich selber ins Bild, spricht mit sich, berührt oder küsst sich, stellt sich in Frage und wird dadurch zum Prototyp des an sich selbst und an seiner Wahrnehmung zweifelnden Individuums. Seine Medien sind Video, digitale Kopie und Inszenierung im Raum. 

Vernissage Donnerstag, 9. September 2021 ab 19 Uhr
Apéro Samstag, 18. September 2021, 20 Uhr
Spezialanlass Samstag, 25. September 2021 19 bis 22 Uhr

19 Uhr 
Kunst und Quantenphysik - Referat + Gespräch mit dem Künstler
Markus Roos, Physiker

Magie mit Michel Toupet www.zaubereiatelier.com

Das Gespräch findet im Saal des Restaurants Spagi in unmittelbarer Nachbarschaft des ECKs statt. 
Wer Lust hat, kann anschliessend dort essen.

Die Aufzeichnung des Gesprächs ist später auf der Webseite zu hören.

Finissage Mittwoch, 29. September 2021, 17 bis 19 Uhr

 

Unter dem Titel «eine Frage der Betrachtung» entwickelt der Künstler eine Installation, die sich auf die spezifische Situation des Ausstellungsraums ECK bezieht. Das grosse Schaufenster zur Metzgergasse und das kleine Fenster zum Zollrain geben einen umfassenden Einblick in den Raum, den Tom Karrer als Wohnzimmer einrichtet. Gleichzeitig wird die Strasse für die im Raum inszenierten Figuren zur Bühne, zum Ort des Schauspiels. Es ist eine Frage des Standpunktes. Diesen Standpunkt verkehrt Tom Karrer, indem er den von ihm als privaten Innenraum inszenierten Ausstellungsraum nicht nur über das grosse Schaufenster publik macht, sondern auch über die Ansicht durch das Seitenfenster, das den Blick auf einen Monitor frei gibt, der den Innenraum abbildet. Allerdings bricht er diese Realität nochmals, denn die sichtbaren Personen (Tom und seine Klone) sind weder ausschliesslich gefilmt noch real, sondern sie sitzen im Setting, lebensgross und zweidimensional als Staffagefiguren auf Karton aufgezogen, schauen sie uns an und interagieren  mit ihren gefilmten Doubles.

Diese Strategie der Gleichzeitigkeit verschiedener Dimensionen ist nicht neu für das Schaffen von Tom Karrer. Schon 2009 verband er in den Arbeiten «etwas zum Festhalten» und «vom Leben gezeichnet» gekonnt Zeichnung und Video. In den Arbeiten «Habit I» 2008,  «Kopfsache» 2011 oder «gemeinsam einsam» 2012 sitzt sich dieselbe Person mehrmals gegenüber und tritt in einen Dialog mit sich selbst als eine andere Person. Mit Spannung erwarten wir nun «eine Frage des Standpunktes» als Inszenierung einer verstörenden Privatheit im rund um die Uhr einsehbaren Kunstraum.

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